Wir möchten mit unserer kleinen Wanderimkerei den biologischen Kreislauf schließen. Ohne aktive Bestäubung unserer Obstblüten durch Insekten wären die Erträge nur gering; Bienen sind für die Bestäubung vieler Pflanzenarten und Kulturpflanzen besonders geeignet. Der indirekte Nutzen der Bestäubungsleistung der Bienen ist weit höher als die Honigproduktion einzustufen.

Bienen bestäuben wild lebende Blütenpflanzen, deren Früchte Vögeln und Säugern als Nahrungsgrundlage dienen. Da sie praktisch alle Pollen spendenden Pflanzen besuchen, tragen sie Pollen von vielen Pflanzenarten ein und lagern diese in die Wabenzellen.
Neben den Pollen wird den Bienen ein zuckerhaltiger Saft, der Nektar, angeboten. Gute Trachtpflanzen sondern großen Mengen Nektar ab, der mit Rüsseln der Honigbienen aufgenommen und an Ammenbienen im Volk weiter gereicht wird. Diese reichern dann den hochkonzentrierten Nektar u.a. mit Fermenten an und entziehen ihm Wasser, bevor sie den reifenden Honig in die Wabenzellen einlagern und mit Wachsdeckeln verschließen.


Was ist ökologische Imkerei?

Auch in der Imkerei gibt es Folgen menschlicher Eingriffe, wie wir diese bereits aus der Massentierhaltung, dem Insektizid- und Pestizideinsatz in der Landwirtschaft und Medikamentenmissbrauch kennen. Medikamentenrückstände in Honig und Wachs sind die Folge.

Leider sind heute praktisch alle Honigbienenvölker von Varroamilben befallen, die in den 70er Jahren nach Westeuropa eingeschleppt wurden. Betroffene Völker können ohne die Hilfe des Imkers nicht überleben. Die herkömmlichen Mittel zur Varroabekämpfung sind wachslöslich und reichern sich durch den ständigen Wiedergebrauch von Altwachs in den Waben an. So sind auch die konventionellen Mittelwände belastet. Halogenisierte Pyrethroide und Organosphosphate (Nervengifte) sind toxisch und die Bienenbrut ist ständig diesen Giften ausgesetzt. In Spuren finden sich o.g. Gifte selbstverständlich auch in Honigen.

Deshalb hat Bioland für seine Mitglieder Richtlinien für die ökologische Bienenhaltung erarbeitet. Auch die EG-Verordnung regelt ab August 2000 die ökologische Bienenhaltung. Allerdings schließt diese bspw. nicht aus, dass im Naturkosthandel vertriebener "Biohonig" Pyrethroidrückstände aufweisen darf.


Hier sollen einige wesentliche Bioland-Richtlinien zur Imkerei genannt werden:


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